Wie bekomme ich meine Führerscheinakte?
Wer sich auf eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) vorbereitet, stößt früher oder später auf einen zentralen Begriff: die Führerscheinakte. Sie enthält alle entscheidenden Informationen, die dann auch der MPU-Gutachter vorliegen hat. Umso wichtiger ist es, diese Akte frühzeitig einzusehen. Doch wie kommt man eigentlich an seine Führerscheinakte?
Was ist die Führerscheinakte?
Die Führerscheinakte wird bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde geführt (meist beim Landratsamt oder der Stadtverwaltung). Darin sind unter anderem gespeichert:
- Verkehrsverstöße (z. B. Alkohol- oder Drogenfahrten)
- Polizeiberichte und Blutalkoholwerte
- Anordnungen zur MPU
- Frühere Gutachten oder behördliche Entscheidungen
Diese Informationen bilden die Grundlage für die MPU-Fragestellung – daher ist die Akte für eine gezielte Vorbereitung besonders wertvoll.
Wer darf die Führerscheinakte einsehen?
Grundsätzlich haben Sie als betroffene Person ein Recht auf Akteneinsicht.
Sie können die Akte entweder persönlich einsehen oder sich Kopien zusenden lassen.
Alternativ können Sie auch eine schriftliche Vollmacht erteilen, z. B. an einen Rechtsanwalt, besser ist es allerdings, selbst tätig zu werden.
So beantragen Sie die Akteneinsicht
- Zuständige Behörde ermitteln
Wenden Sie sich an die Fahrerlaubnisbehörde, die Ihren Führerschein entzogen oder die MPU angeordnet hat. - Persönlich Akteneinsicht vornehmen
Vereinbaren Sie am besten einen Termin in der Fahrerlaubnisbehörde/Führerscheinstelle und verschaffen sie sich selbst einen Überblick über die Dokumente in der Akte. Sie können gegebenenfalls Fotos machen oder die Akte kopiert bekommen. - Oder Schriftlichen Antrag stellen
Der Antrag kann formlos per Brief oder E-Mail erfolgen. Geben Sie Name, Geburtsdatum, Aktenzeichen (falls vorhanden) und den Wunsch nach Akteneinsicht an. - Identitätsnachweis beifügen
Meist wird eine Kopie des Personalausweises verlangt. - Gebühren beachten
Für Kopien fallen in der Regel Gebühren an (häufig zwischen 10 und 30 Euro).
Wie lange dauert das?
Die Bearbeitungszeit variiert je nach Behörde, liegt aber meist zwischen ein und vier Wochen. Daher empfiehlt es sich, den Antrag frühzeitig zu stellen.
Unser Tipp
Fordern Sie die Führerscheinakte vor Beginn der MPU-Vorbereitung an. Nur wenn Sie genau wissen, was in der Akte steht, können Sie sich gezielt und glaubwürdig auf die MPU einstellen – unangenehme Überraschungen beim Gutachter lassen sich so vermeiden.